Quetschies selber machen: Der komplette Anfänger-Guide

📅 12.02.2026 📖 9 Min. Lesezeit

Du möchtest Quetschies für dein Kind selber machen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Keine Sorge – es ist viel einfacher, als du denkst! In diesem Guide zeigen wir dir Schritt für Schritt, welche Ausrüstung du brauchst, welche Zutaten sich am besten eignen und wie du typische Anfängerfehler vermeidest. Nach diesem Artikel wirst du deinen ersten selbst gemachten Quetschie mit Leichtigkeit zubereiten.

Warum Quetschies selber machen?

Bevor wir loslegen, ein kurzer Blick auf die Vorteile: Selbst gemachte Quetschies sind gesünder, weil du frische Zutaten ohne Zuckerzusatz verwendest. Sie sind günstiger, denn frisches Obst und Gemüse kosten einen Bruchteil der fertigen Produkte. Und sie sind nachhaltiger, weil du mit wiederbefüllbaren Beuteln arbeitest und keinen Einwegmüll produzierst.

Außerdem kannst du die Rezepte genau an den Geschmack und die Bedürfnisse deines Kindes anpassen. Dein Kind mag kein Apfelmus, aber liebt Mango? Kein Problem. Du willst heimlich etwas Spinat untermischen? Geht ganz leicht. Die Möglichkeiten sind endlos.

Die richtige Ausrüstung für den Start

Du brauchst keine professionelle Küchenausstattung, um Quetschies selber zu machen. Mit diesen Basics bist du bestens gerüstet:

  • <strong>Wiederbefüllbare Quetschbeutel:</strong> Ein Set mit 6-8 Beuteln ist ein guter Start. Achte auf eine große Einfüllöffnung und BPA-freies Material.
  • <strong>Stabmixer oder Standmixer:</strong> Für seidig-glattes Püree ist ein guter Mixer unverzichtbar. Ein Stabmixer reicht für den Anfang völlig aus und ist leichter zu reinigen.
  • <strong>Kleiner Trichter:</strong> Erleichtert das Befüllen der Beutel enorm und spart dir viel Putzarbeit. Viele Quetschbeutel-Sets enthalten bereits einen passenden Trichter.
  • <strong>Kochtopf oder Dampfgarer:</strong> Zum Garen von härterem Obst und Gemüse. Ein Dampfgarer schont die Nährstoffe besser als Kochen in Wasser.
  • <strong>Feines Sieb (optional):</strong> Falls du eine besonders glatte Konsistenz ohne Fasern oder Kerne möchtest.

Die besten Zutaten für Anfänger

Für den Anfang empfehlen wir Zutaten, die sich leicht verarbeiten lassen und bei fast allen Kindern gut ankommen. Hier sind die besten Optionen, sortiert nach Kategorien:

Obst (die Basis): Banane, Apfel, Birne, Mango und Pfirsich sind die absoluten Anfänger-Klassiker. Banane und Mango lassen sich roh verarbeiten, Apfel und Birne solltest du vorher kurz dünsten, damit sie weich genug werden.

Gemüse (zum Untermischen): Karotte, Süßkartoffel und Kürbis sind mild im Geschmack und lassen sich hervorragend mit Obst kombinieren. Für Fortgeschrittene: Zucchini, Erbsen und Spinat bringen zusätzliche Nährstoffe und werden von der Fruchtsüße gut überdeckt.

Extras (für mehr Nährstoffe): Haferflocken machen den Quetschie sättigender. Naturjoghurt sorgt für Cremigkeit und Kalzium. Ein Schuss Leinöl liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Und ein Spritzer Zitronensaft verhindert, dass sich der Brei braun verfärbt.

Schritt-für-Schritt: Dein erster Quetschie

  1. <strong>Zutaten vorbereiten:</strong> Obst und Gemüse waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden. Hartes Obst und Gemüse (Apfel, Karotte, Süßkartoffel) vorher ca. 10-15 Minuten dünsten, bis es weich ist.
  2. <strong>Pürieren:</strong> Alle Zutaten in den Mixer geben und zu einem glatten Brei pürieren. Bei Bedarf etwas Wasser, Muttermilch oder Saft hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Der Brei sollte cremig, aber nicht zu flüssig sein.
  3. <strong>Abschmecken und anpassen:</strong> Probiere den Brei – er sollte angenehm süß sein, ohne zusätzlichen Zucker. Falls nötig, mit einer reifen Banane oder etwas Birne nachsüßen.
  4. <strong>Befüllen:</strong> Setze den Trichter auf die Einfüllöffnung des Quetschbeutels und fülle den Brei ein. Lasse oben etwa 1-2 cm Platz, damit der Beutel nicht überläuft, wenn dein Kind drückt.
  5. <strong>Verschließen und fertig:</strong> Verschließe den Beutel sorgfältig und prüfe, ob er dicht ist. Kurz umdrehen und leicht drücken – wenn nichts rauskommt, ist alles perfekt.

💡 Starte mit einem einfachen Rezept aus nur 2-3 Zutaten, zum Beispiel Banane-Apfel oder Mango-Birne. Wenn du dich sicher fühlst, kannst du dich an kreativere Kombinationen mit Gemüse und Extras heranwagen.

Richtig lagern und aufbewahren

Die richtige Lagerung ist wichtig, damit deine selbst gemachten Quetschies frisch und sicher bleiben:

Im Kühlschrank: Frisch zubereitete Quetschies halten sich im Kühlschrank 2-3 Tage. Lagere sie aufrecht und achte darauf, dass die Verschlüsse richtig geschlossen sind.

Im Gefrierfach: Zum längeren Aufbewahren eignet sich das Einfrieren perfekt. Die Quetschies halten so bis zu 3 Monate. Beschrifte die Beutel mit Inhalt und Datum. Zum Auftauen legst du den Beutel am Vorabend in den Kühlschrank oder hältst ihn kurz unter lauwarmes Wasser.

Wichtig: Bereits aufgetaute Quetschies solltest du nicht wieder einfrieren. Und wenn dein Kind einen Quetschie angefangen hat, sollte der Rest innerhalb von 2 Stunden aufgegessen oder entsorgt werden, da durch den Speichelkontakt Keime in den Beutel gelangen können.

Die 5 häufigsten Anfängerfehler

  1. <strong>Zu dicke Konsistenz:</strong> Wenn der Brei zu dickflüssig ist, kann dein Kind ihn nicht aus dem Beutel saugen. Lieber etwas flüssiger anfangen und bei Bedarf andicken.
  2. <strong>Zu viele Zutaten auf einmal:</strong> Mit 7 verschiedenen Zutaten zu starten, klingt kreativ, wird aber schnell unübersichtlich. Fang mit 2-3 Zutaten an und steigere dich langsam.
  3. <strong>Beutel zu voll befüllen:</strong> Ein überfüllter Beutel läuft beim Zudrücken über und lässt sich schlecht verschließen. Maximal zu drei Vierteln füllen.
  4. <strong>Beutel nicht richtig trocknen lassen:</strong> Wenn du die Beutel nach dem Reinigen feucht verschließt oder stapelst, kann sich schnell Schimmel bilden. Immer vollständig an der Luft trocknen lassen.
  5. <strong>Keine Abwechslung:</strong> Kinder, die immer nur Apfel-Banane bekommen, gewöhnen sich daran und lehnen neue Geschmäcker ab. Wechsle regelmäßig die Zutaten und bringe immer mal wieder etwas Neues ein.

💡 Meal Prep spart enorm viel Zeit! Bereite am Wochenende eine größere Menge Püree vor, fülle die Quetschbeutel ab und friere sie portionsweise ein. So hast du die ganze Woche über gesunde Quetschies griffbereit, ohne täglich den Mixer anwerfen zu müssen.

Banane und Birne sind die besten Einstiegs-Zutaten. Banane lässt sich roh pürieren und liefert eine natürliche Süße und cremige Konsistenz. Birne ist mild im Geschmack und wird von fast allen Kindern gerne gegessen. Auch Mango ist hervorragend geeignet – sie ist süß, lässt sich leicht pürieren und enthält viel Vitamin A.
Ja, Tiefkühlobst eignet sich hervorragend für Quetschies! Es wird in der Regel direkt nach der Ernte eingefroren und enthält daher oft sogar mehr Vitamine als frisches Obst, das lange transportiert und gelagert wurde. Besonders Beeren, Mango und Spinat sind als Tiefkühlware eine gute und günstige Wahl.
Das kommt auf die Zutat an. Weiches Obst wie Banane, Mango, Pfirsich oder reife Birne kannst du roh pürieren. Härteres Obst und Gemüse wie Apfel, Karotte, Süßkartoffel oder Kürbis solltest du vorher dünsten, bis es weich ist. Für Babys unter 8 Monaten empfiehlt es sich, alle Zutaten kurz zu garen.
Der Trick ist, milde Gemüsesorten mit süßem Obst zu kombinieren. Spinat zum Beispiel wird in Kombination mit Banane und Mango geschmacklich komplett überdeckt. Süßkartoffel und Kürbis sind von Natur aus süßlich und passen gut zu Apfel oder Birne. Starte mit einem kleinen Gemüseanteil von etwa 20% und steigere ihn langsam.
Wenn du alles vorbereitet hast, dauert die Zubereitung nur etwa 15-20 Minuten. Das Dünsten von hartem Obst oder Gemüse braucht 10-15 Minuten, das Pürieren und Befüllen geht in 5 Minuten. Wenn du gleich eine größere Menge auf Vorrat vorbereitest, brauchst du insgesamt vielleicht 30-40 Minuten und hast dafür Quetschies für die ganze Woche.

Empfohlene Produkte